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Privatwald Förderung und Entlastung privater Waldeigentümer

 

Förderung

Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz

  • Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK)

    Innerhalb Deutschlands fördern der Bund und die Länder mit der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) gemeinsam die ländlichen Räume, die Landwirtschaft und den Schutz der Küsten, wobei der Bund mindestens die Hälfte der Ausgabenlast trägt. Grundlage hierfür ist Artikel 91a des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland, wonach für die Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes der Bund bei der Erfüllung von Aufgaben der Länder mitwirkt, wenn diese Aufgaben für die Gesamtheit bedeutsam sind und die Mitwirkung des Bundes zur Verbesserung der Lebensverhältnisse erforderlich ist (Gemeinschaftsaufgaben).

    Damit möchte die Bundesregierung sicherstellen, dass

    • die Land- und Forstwirtschaft leistungsfähig und auf künftige Anforderungen ausgerichtet ist,
    • die Land- und Forstwirtschaft im gemeinsamen Markt der Europäischen Gemeinschaft wettbewerbsfähig ist,
    • die ländlichen Gebiete nachhaltig leistungsfähig bleiben und eine umwelt-und ressourcenschonende Land- und Forstwirtschaft integraler Bestandteil dieser Gebiete sind und
    • der Küstenschutz verbessert wird.

    Einzelheiten zu den Grundsätzen, Zielen und Verfahrensfragen regelt das Gesetz über die Gemeinschaftsaufgabe "Verbes­serung der Agrarstruktur und des Küsten­schutzes" (GAK-Gesetz, GAKG). Rechts­grundlagen und Funktionsweise erläutert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

    • Förderfähige Maßnahmen

      Im Rahmen der GAK sind die folgenden Maßnahmengruppen mit den dazugehörigen Einzelmaßnahmen grundsätzlich förderfähig:

      • Naturnahe Waldbewirtschaftung
        • Gutachten und fachliche Stellung­nahmen, wenn sie einer Umstellung auf naturnahe Waldwirtschaft dienen,
        • Vorarbeiten (z. B. Untersuchungen, Standortgutachten),
        • Waldumbau,
        • Jungbestandspflege
      • Bodenschutzkalkung
      • Forstwirtschaftliche Infrastruktur
        • Wegebau (Neubau, Befestigung sowie Grundinstandsetzung forstwirtschaftlicher Wege),
        • Holzkonservierungsanlagen (Erstinves­titionen zur Lagerung von Holz und die dafür erforderliche konservierende Be­handlung);
      • Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse – Maßnahmen zur Entwicklung gemeinschaftlicher Bewirtschaftungsmodelle – Waldpflegevertrag
        • Mitgliederinformation,
        • Zusammenfassung des Holzangebots (bisherige Mobilisierungsprämie),
        • Professionalisierung von Zusammen­schlüssen;
      • Erstaufforstung
        • Kulturbegründung (Kulturvorbereitung, Saat, Pflanzung, Erhebungen, Sicherung der Kultur),
        • Nachbesserungen;
      • Vertragsnaturschutz im Wald
        • Bewirtschaftung, Pflege oder Nut­zungsverzicht auf forstwirtschaftlich genutzten sowie nutzbaren Flächen nach naturschutzfachlichen Vorgaben, z. B. in FFH-Gebieten;
      • Förderung von Maßnahmen zur Bewälti­gung der durch Extremwetterereignisse verursachten Folgen im Wald
        • Maßnahmen zur bestandes- und boden- schonenden Räumung von Kalamitätsflächen,
        • Waldschutzmaßnahmen,
        • Wiederaufforstung
        • Ausgaben für den Einsatz nichtstaatlicher Dienstleister bei der Vorbereitung, Leitung und Koordination der Maßnahmen.
    • Antragsberechtigte Personen oder Institutionen

      Fördergelder können beantragen:

      • forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse im Sinne des Bundeswaldgesetzes,
      • natürliche Personen und
      • juristische Personen des privaten und öffentlichen Rechts als Besitzer von forstwirtschaftlichen Flächen mit Aus­nahme von Bund und Ländern.
    • Art und Höhe der Mittelvergabe

      Die Förderung der einzelnen Maßnahmen erfolgt in Form von Zuschüssen. Ihre Höhe ist für die einzelnen Maßnahmen unterschied­lich und liegt in der Regel zwischen 30 % und 90 % der zuwendungsfähigen Ausgaben. Für Waldschutz- und Wiederaufforstungsmaßnahmen können Kleinprivatwaldbesitzer (unter 20 ha Waldbesitz) bis zu 90 % der nachgewiesenen Ausgaben erhalten. Diese Regelung ist zunächst befristet bis zum 31.12.2022. Die Länder können für bestimmte Maßnahmen kalkulierte Kostensätze festsetzen.

      Die Beihilfegrenze der De-minimis-Regelung von 200.000 EUR über drei Steuerjahre findet bis Ende 2023 keine Anwendung.

      • Ansprechpartner und genehmigende Stellen

        Anträge auf GAK-Förderung werden von den Forstbehörden der Bundesländer (Forst­amt, Landesforstbetrieb, in einigen Ländern auch Landwirtschaftskammer oder andere Institutionen) entgegengenommen.

        Die Durchführung der Maßnahmen liegt allein in der Zuständigkeit der Bundeslän­der. Für den Antragsteller sind deshalb die Richtlinien des jeweiligen Bundeslandes maßgebend.

        Den Weg zu den Antragsformularen und zuständigen Ansprechpartnern in Ihrem Bundesland finden Sie hier:

      Weitere Fördermöglichkeiten

      • Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER)

        Maßgebend hierfür sind die von den Bundesländern erarbeiteten ELER-Länderprogramme, welche die regionalspezifischen Ziele und Maßnahmen zur Förderung der ländlichen Entwicklung definieren. Sie basieren auf einer Analyse der jeweiligen Ausgangssituation und berücksichtigen die regionalen Stärken und Schwächen im Agrar-und Forstbereich.

        Förderfähige Maßnahmen

        Fördergegenstand der regionalspezifischen Förderrichtlinien können sein:

        • der Umbau kalamitätsgefährdeter Wälder,
        • die Anlage/Unterhaltung von Wundstreifensystemen, Wasserentnahmestellen und Verbindungswegen zwischen Wasserentnahmestellen und Hauptfahrwegen sowie
        • investive Vorhaben zur Steigerung des Freizeitwertes von Wäldern.

        Antragsberechtigte Personen oder Institutionen

        Zuwendungsberechtigt sind natürliche und juristische Personen des privaten und öffentlichen Rechts als Eigentümer oder Besitzer forstwirtschaftlicher Flächen.

        Art und Höhe der Mittelvergabe

        Die Zuwendungen erfolgen gewöhnlich als Projektförderung in Form von Zuschüssen als Voll- oder Anteilfinanzierung. Die Länder bestimmen die Höhe in ihren jeweiligen Richtlinien zu den Einzelprogrammen.

        Ansprechpartner und genehmigende Stellen

        Anträge auf ELER-Förderung werden von den Forstbehörden (Forstamt, Landesforstbetrieb, in einigen Ländern auch Landwirtschaftskammer oder andere Institutionen) entgegengenommen.
        Die Durchführung der Maßnahmen liegt allein in der Zuständigkeit der Länder. Für Antragstellende sind deshalb die Richtlinien des Landes maßgebend.

      • Fördersparte "Forstwirtschaft" der Landwirtschaftlichen Rentenbank

        Mit dem expliziten Ziel, die Anpassungsfähigkeit der Wälder an den laufenden Klimawandel zu verbessern, eröffnete die Landwirtschaftliche Rentenbank im Jahr 2019 die für sie neue Fördersparte "Forstwirtschaft". Damit schafft sie zusätzliche Förderangebote zu den bereits von Bund und Ländern eingerichteten.

        Das Förderprogramm ist befristet bis zum 30. Juni 2021.

        Förderfähige Maßnahmen

        Gefördert werden insbesondere waldbauliche Maßnahmen, die die Widerstandsfähigkeit der Wälder gegenüber dem laufenden Klimawandel erhöhen. Dazu zählen:

        • Ausgaben für die Erstaufforstung,
        • Ausgaben für den klima- und standort­angepassten Waldumbau,
        • Ausgaben für Waldschutzmaßnahmen einschließlich Wildschutz und Vorbeugung von Waldbränden,
        • Ausgaben für Räumung, Lagerung und Wiederaufforstung bei Extremwetter- oder sonstigen Schadereignissen,
        • Ausgaben für den gemeinschaftlichen Maschinenkauf von Forstbetrieben und
        • Investitionen in gemeinschaftlich genutzte forstwirtschaftliche Infrastruktur (z. B. Holzlager bzw. Holzkonservierungsanlagen, Wegeinstandsetzung, Wasserführung).

        Antragsberechtigte Personen oder Institutionen

        Antragsberechtigt sind Waldeigentümer, forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse, Waldgenossenschaften und Pächter von Waldflächen jeder Rechtsform.

        Darlehenshöchstbetrag und Förderzuschuss

        Finanziert werden können bis zu 100 % der förderfähigen Ausgaben, wobei die Rentenbank das Darlehen nicht direkt, sondern über die Hausbank des Kreditnehmers vergibt. Die Rentenbank selbst kann zusätzlich zu dem zinsgünstigen Darlehen einen Förderzuschuss gewähren.

        Ansprechpartner und genehmigende Stellen

        Landwirtschaftliche Rentenbank
        Postfach 10 14 45
        60014 Frankfurt am Main
        Telefon Förderberater: 069/2107700

      • Besondere Arbeitsverfahren in der Forstwirtschaft

        Teilweise bieten die Bundesländer finanzielle Fördermöglichkeiten auf der Grundlage landesspezifischer Verwaltungsvorschriften an, z. B. für bestands- und bodenschonende Verfahren der Holzbringung im Wald durch den Einsatz von Pferden.

      • Walderhaltungsabgaben

        Begünstigte von Waldumwandlungsgenehmigungen leisten auf der Grundlage der jeweils geltenden Landeswaldgesetze einen finanziellen Ausgleich durch sogenannte Walderhaltungsabgaben, wenn weder eine Erstaufforstung als Ersatzaufforstung noch sonstige Schutz- und Gestaltungsmaßnahmen im Wald möglich sind, um die nachteiligen Auswirkungen der Waldumwandlung auszugleichen.

        Walderhaltungsabgaben stehen zweckgebunden zur Erhaltung des Waldes einschließlich der Verbesserung seiner Schutz- und Erholungsfunktionen zur Verfügung, z. B. für:

        • den Grunderwerb mit dem Ziel der Erstaufforstung,
        • die Erstaufforstung von Grundstücken,
        • die Rekultivierung von Landschaftsschäden mit dem Ziel der Aufforstung, soweit eine rechtliche Verpflichtung Dritter zur Rekultivierung nicht besteht,
        • die Anlage von Waldrändern für die Sicherung von Kulturen,
        • Maßnahmen zur Erhöhung der ökologischen Leistungsfähigkeit des Waldes und
        • Maßnahmen zur Erhöhung der Stabilität geschwächter Wälder.
        • Gewöhnlich dürfen Mittel aus der Walderhaltungsabgabe nicht für Maßnahmen eingesetzt werden, die zum Zeitpunkt der Entscheidung über die Verwendung der Mittel mit anderen öffentlichen Mitteln förderfähig sind oder bei denen eine rechtliche Verpflichtung zu ihrer Durchführung besteht.
      • Zuschüsse zu Verjüngungskosten bei Waldbrandschäden

        Die Waldgesetze der Bundesländer sehen eine fristgemäße Wiederbewaldungspflicht nach flächigen Schadereignissen vor. Hierzu leisten einige Bundesländer auf Antrag und nach Maßgabe vorliegender Verwaltungsvorschriften Zuschüsse zu entstehenden Verjüngungskosten bei Waldbrandschäden im Körperschafts- und Privatwald, soweit vom Schädiger kein Ersatz zu erlangen ist. Die Bewilligungsstellen entscheiden nach pflichtgemäßem Ermessen.

        Zuschussfähig sind gewöhnlich Ausgaben für:

        • gutachterliche Standortbewertungen,
        • Abräumkosten für abgestorbene Vorbestockung,
        • Kulturvorbereitung bei verjüngungsbehindernder Vegetation,
        • Bodenbearbeitung,
        • Verjüngung (Naturverjüngung, Saat, Pflanzung, Waldrandanlage),
        • Kulturpflege,
        • Schutz vor Wildverbiss und
        • Nachbesserungen.
      • Waldklimafonds

        Die Förderrichtlinie "Waldklimafonds" zielt explizit auf Maßnahmen von besonderem Bundesinteresse. Gefördert werden Pilotprojekte, Forschungs- und Kommunikationsmaßnahmen, die der Anpassung der Wälder an den Klimawandel dienen und helfen, den unverzichtbaren Beitrag naturnaher, struktur- und artenreicher Wälder zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen auf Dauer zu erhalten. Weiterhin sollen die positiven Effekte für die Erschließung des CO2-Minderungs-, Energie- und Substitutionspotenzials von Wald und Holz verstärkt werden.

        Für den Bereich der Forstwirtschaft sieht der Waldklimafonds die Förderung vor für:

        • Maßnahmen zur "Erhöhung der Anpassungsfähigkeit von Wäldern an den Klimawandel" (Förderschwerpunkt 1) und
        • Maßnahmen zur "Sicherung und Erhöhung der CO2-Speicher- und Senkenfunktion der Wälder sowie die Vermeidung von Treibhausgasemissionen" (Förderschwerpunkt 2).

        Antragsberechtigte Personen oder Institutionen

        Antragsberechtigt sind natürliche oder juristische Personen des privaten oder öffentlichen Rechts, ein nach Bundeswaldgesetz anerkannter forstwirtschaftlicher Zusammenschluss oder eine Personenvereinigung, die eine Niederlassung in der Bundesrepublik Deutschland hat. Maßnahmen im Bereich des Kleinprivatwaldes sind möglichst gemeinschaftlich von einem geeigneten Träger (z. B. forstwirtschaftlicher Zusammenschluss, Körperschaft des öffentlichen Rechts) abzuwickeln.

        Art und Höhe der Mittelvergabe

        Die Zuwendungen für Maßnahmen der Förderschwerpunkte 1 und 2 können bei privaten und kommunalen Zuwendungsempfängern bis zu 90 % der zuwendungsfähigen Ausgaben betragen. Sie werden auf dem Wege der Projektförderung auf Ausgabenbasis als nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt.

        Der Zuschuss wird als Anteilfinanzierung gewährt und auf einen Höchstbetrag begrenzt.

        Für Maßnahmen der Neuanlage von Mischwäldern (Erstaufforstung) wird als Aufforstungsprämie nur eine Festbetragsfinanzierung gewährt. Unbezahlte, freiwillige eigene Arbeitsleistungen der Zuwendungsempfänger und ihrer Familienangehörigen (Eigenleistung) im Privatwald sind bis zu 80 % der Ausgaben förderfähig, die sich für vergleichbare Lohnkosten bei der Durchführung dieser Arbeiten im Staatswald ergeben würden.

        Ansprechpartner und genehmigende Stellen

        Zuständig für das Antragsverfahren ist die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR).

      • Förderung von Maßnahmen des Naturschutzes im Wald

        Ökokonten zur Kompensation von Eingriffen in die Natur

        Sogenannte Ökokonten sollen einen flexibleren Umgang mit naturschutzrechtlichen Eingriffs- und Ausgleichsregelungen ermöglichen. Mit ihrer Hilfe werden dem Naturschutz dienliche Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen dokumentiert und gutgeschrieben. Diese Flächen stehen dann als Guthaben zur Kompensation späterer Eingriffe in Natur und Landschaft zur Verfügung. Der Vollzug der Ökokonto-Regelungen unterliegt den Bestimmungen des Landesnaturschutzrechts der einzelnen Bundesländer.

        Verfahren
        Jeder Waldeigentümer kann sich um die Durchführung von vergüteten Kompensationsmaßnahmen oder in einigen Ländern auch um die Einrichtung eines Ökokontos bemühen. Auskunft darüber erteilen die zuständigen Forstämter und die Unteren Naturschutzbehörden. Der formelle Antrag zur Einrichtung eines Ökokontos muss bei der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde gestellt werden und rechtzeitig vor Beginn der Naturschutzmaßnahme erfolgen. Hinzuzufügen sind die Katasterunterlagen, ein Übersichts- und Lageplan sowie insbesondere die Dokumentation des Ausgangzustandes der Fläche, die Beschreibung der geplanten Maßnahme und die Angaben zur langfristigen Pflege der Fläche bzw. dem langfristig angestrebten Entwicklungsziel.

        Auf einem genehmigten Konto können nur Maßnahmen des Naturschutzes gutgeschrieben werden, die freiwillig ohne öffentlich-rechtliche Verpflichtung durchgeführt wurden.

        Für die Ökokonten-Regelung geeignet sind Flächen, die naturschutzfachlich aufgewertet werden können. Hochwertige Flächen, die bereits dem gesetzlichen Biotopschutz unterliegen, können nicht mehr in ein Ökokonto eingestellt werden. Auch dürfen keine anderen Förderungen oder Festlegungen auf den Flächen vorliegen.

        Zur Sicherung der naturschutzfachlichen Qualität von Kompensationsflächen und ihres dauerhaften Erhalts werden die Ökokonto-Flächen rechtlich dauerhaft gesichert. Dies erfolgt im Regelfall durch eine Sicherung im Grundbuch oder durch die Überführung des Eigentums an eine öffentliche Stelle oder eine Stiftung.

        Ansprechpartner und genehmigende Stellen
        Bei Anerkennung und Umsetzung der Maßnahme wird das Ökokonto anschließend von der Unteren Naturschutzbehörde geführt. Allein ihr obliegen Ein- und Ausbuchungsvermerke über vom Kontoinhaber vorgenommene Naturschutzmaßnahmen in einem Ausgleichsflächenkataster.

        Landesförderung von Vertragsnaturschutz

        Insbesondere für Vertragsnaturschutzmaßnahmen als wesentliche Säule des staatlichen Naturschutzes stehen Mittel der Bundesländer und Landkreise zur Verfügung. Der Vertragsnaturschutz ist ein strategisches Instrument der Naturschutzbehörden zur Erhaltung der Kulturlandschaft oder bestimmter Lebensräume für Tiere und Pflanzen im freiwilligen Zusammenwirken mit Grundstücksbesitzern. Für den Vertragszeitraum soll eine angepasste land- oder forstwirtschaftliche Nutzung einer Fläche im Sinne des Naturschutzes gesichert und naturschutzrechtliche Ge- und Verbote ergänzt werden.

        Förderfähige Maßnahmen
        Informationen über die Fördermöglichkeiten von kooperativen Vertragsnaturschutzmaßnahmen, die im Landesinteresse liegen, erteilen die jeweiligen Unteren Naturschutzbehörden oder die Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche Räume (DVS).

        Je nach regionaler Notwendigkeit werden mit dem Eigentümer land- bzw. forstwirtschaftlich genutzter Flächen bestimmte dem Naturschutz dienliche und somit im Interesse der Allgemeinheit liegende Nutzungsformen oder Pflegearbeiten auf dem Grundstück vertraglich vereinbart. Vertragsnaturschutzmaßnahmen haben in der Regel eine Laufzeit von mindestens 5 Jahren und sind darauf ausgerichtet, den Erhaltungszustand von Arten und Lebensräumen zu verbessern oder die Ziele des europäischen Naturschutzes (Natura 2000) zu unterstützen.

        Ansprechpartner, Behörden bzw. Fördermittelstellen
        Zuständig für die Antragstellung sind die Unteren Naturschutzbehörden der jeweiligen Kreise oder kreisfreien Städte. Die Einhaltung der Vertragsverpflichtungen wird jährlich mit EU-, Bundes-, Landes- und kommunalen Mitteln bezuschusst.

        Stiftungen

        Die Inanspruchnahme staatlicher Fördermittel, insbesondere für hochinvestive Naturschutzmaßnahmen, setzt gewöhnlich nicht unerhebliche Eigenanteile voraus. Um diese aufzubringen, können Gelder von Stiftungen im Bereich des Natur- und Umweltschutzes eingeworben werden.

        Informationen zu Fördermöglichkeiten und Verfahrensabwicklungen geben die Stiftungen auf ihren jeweiligen Internetseiten. Beispiele deutscher Naturschutzstiftungen sind:

        • Allianz Umweltstiftung
        • Aktion Kulturland
        • Deutsche Bundesstiftung Umwelt
        • Edmund Siemers-Stiftung
        • Gregor Louisoder Umweltstiftung
        • Umweltstiftung Michael Otto
        • Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung
        • Heinz Sielmann Stiftung
        • Sparkassenstiftungen
        • Stiftung Rheinische Kulturlandschaft
        • Stiftung Unternehmen Wald
        • Zukunftsstiftung Landwirtschaft
        • Manfred-Hermsen-Stiftung
        • Stiftung Schorfheide-Chorin
        • Stiftung Zukunft Wald
        • Gute Wald Stiftung

        Wirtschaftskooperationen

        Etablierte Verfahren der Finanzierung von Naturschutzmaßnahmen sind mittlerweile Kooperationen zwischen den Eigentümern von Naturschutzflächen mit Unternehmen oder Konzernen, die sich im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes engagieren wollen.

        Sprechen Sie Unternehmen am besten direkt an und stellen Sie ihnen Ihr Projektkonzept vor.

        Kompensationsmöglichkeiten

        Zur aktiven Erhöhung der Treibhausgas-Speicherwirkung von Wäldern entwickelten sich in den zurückliegenden Jahren gemeinnützige Initiativen zur Einwerbung von Spendengeldern für den Schutz und die Neuanlage von Wäldern in Deutschland und weltweit.

        Durch das Bereitstellen geeigneter Grundstücke bieten sich naturschutzfachlich sinnvolle Kooperationsmöglichkeiten zwischen Grundstückseigentümern und den besagten Initiativen zu beiderseitigem Vorteil.

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